Familienministerin übt sich in Privilegienbeschaffung

Laut Medienberichten ([1] [2]) plant das Familienministerium unter Franziska Giffey eine Quote für weibliche Mitglieder in den Vorständen großer börsennotierter Unternehmen. Die Begründung für den niedrigen Frauenanteil in den Vorständen erwächst aus feministischer Ideologie. Es heißt, in diesen Unternehmen „sei keine Frau im Vorstand gewollt“.

Eine solche Maßnahme für eine begrenzte Zahl Unternehmensvorstände bedeutet zunächst einmal Postenbeschaffung für eine spezielle Gruppe von Menschen. Insbesondere haben nahezu alle Frauen keinerlei Vorteil oder Nutzen durch diese Maßnahme. Im Gegenteil, der Plan bedroht das professionelle Image weiblicher Führungskräfte in großen Unternehmen.

Unabhängig vom Geschlecht rechnen die allermeisten potenziellen SPD-Wähler nicht mit einem Vorstandsposten in einem großen Unternehmen. Es stellt sich daher die Frage, warum die Ministerin feministische über sozialdemokratische Politik stellt.

Ein Konsens in der Regierungskoalition zu diesem Thema stellt bisher aus. Daher stellt sich eher die Frage, ob es sich nicht um eine Profilierung für den nächsten Bundeswahlkampf und die Abgeordnetenhauswahl in Berlin 2021 handelt. Zu letzterer soll Franziska Giffey als SPD-Spitzenkandidatin antreten.

Im Jahr 2016 wurden bereits Quoten für Aufsichtsräte und Zielgrößen für weitere Gremien in Großunternehmen eingeführt. Die aktuelle Folgeforderung zeigt, dass es sich um eine langfristige Kampagne handelt. Die feministische Motivation nach Gängelung und Bevormundung wird sich daher auf Dauer nicht mit Kompromissen zufrieden geben. Die gewählten Parteien im Bundestag sollten das erkennen und diesen Ambitionen einen Riegel vorschieben.